Es geht auch leichter, wenn auf Ballast verzichtet wird.

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Es geht auch leichter, wenn auf Ballast verzichtet wird.

Beitrag von Andro-Stern am So Nov 27 2016, 14:17

MOIN - miteinander oder kurz übersetzt: Guten Tag Euch allen hier!

Beim Stichwort Gynäkomastie habe ich in den vergangenen Jahren gelernt, ganz aufmerksam zu werden.
Allein auf dem medizinischen "Markt" tummelt sich soviel Seltsames, dass ich mir locker vorstellen kann, wie vielen Menschen da schon unnötiger Schaden mit dem Ziel "Schönheit" und "Normalität" zugefügt wurde und wohl auch noch wird.

Ich selbst habe mit meinem Körper ein Erbe geschenkt bekommen ("genetisch bedingt"), dass eines der Ergebnisse eben das Wachsen sogenannter weiblicher Brüste irgendwann zu erwarten wäre. Das erfuhr ich 1994 in kürzester Form nach zwei Tagen Untersuchung in der MHH. Danach labert ein Arzt von "zu viel Alkohol", ein anderer "würde ich wegmachen lassen", ein nächster von "damit kann ich nichts anfangen!", Noch 2012 wollen zwei Ärzte unabhängig voneinander "einen Hirntumor" nicht von der Handweisen und veranlassen eine ausführliche Ausschluss-Untersuchung.

Ich lebe seit etwa dem 30ten Lebensjahr (Datum ist beinahe genau zu bestimmen: Mai 1980) damit, dass bei mir Brüste nach Art der Frau wachsen, "mit allem was eine Frau da braucht!" (Facharzt nach der Mamographie) - usw usw. ich habe diese persönliche Medizin-Geschichte längst verschriftlicht und sie war bis 2011 auch im Web zu finden. (ANDRO-STERN.DE hieß der WEB-Auftritt). Da ich scheinbar nie wirklich "Fisch noch Fleisch" war, kam mir diese Entwicklung sehr entgegen. In der Zeit entdeckte ich dann endlich auch den zu mir passenden Schuhkarton: AndroGyn.
Das unbewusste Mithelfen von netten Menschen an meiner Seite ließ mich in kleinen eher zufälligen Schritten - step by step - den Inhalt meines Kleiderschrankes austauschen und da war dann auch schon bald der erste BH, denn meine Brustspitze waren und sind verdammt empfindlich und das kann im ganz schön nerven; "versuche es doch mal mit einem BH!" lautete der Rat...

Nun bin ich weit in den 60er Lebensjahren und was ich trage, gehört angeblich alles in die Abteilung Damen - alles! Und wen stört es? KEINEN, selbst in meinem öffentlichkeitswirksamen Arbeitsumfeld gab es keinen erkennbaren Anstoß, im Gegenteil, die mir verschiedentlich entgegen gebrachte Anerkennung nahm eher noch zu. Jetzt im Rentner-Dasein lebe ich seit über vier Jahren in einem Dorf und kann mich über mangelnde Anerkennung nicht beklagen; Dafür muss ich mich nicht verrenken oder verkleiden oder verstellen oder ein Schauspiel aufführen, sondern ich darf der Mensch sein, der ich bin.
Damit Ihr so in etwa eine Ahnung habt, hier kleine Eckdaten zur Person:
Geboren 1949 - verheiratet seit über 40 Jahren - 179cm - 100kg - KonfGr. 50/52 und 95C/100B
Einen Tipp gebe ich gerne wie in Schulmeister weiter: "Das Besondere an Dir genauso besonders wie bei den Anderen. Aber schreien es die anderen jeden Tag in die Welt. Lebe so, wie Du bist und nicht so, wie Du sein willst!"

Wer mehr von mir wissen möchte, ich antworte gerne.
Nur der Telegramm-Stil liegt mir nicht, damit sind zu viele Missverständnisse möglich.
Tschüs und man liest von einander
Christel* grüßt Euch

Das Problem in Sachen Gynäkomastie sind der (selbsternannten) Fachleute, die sich nicht weiterbilden und darum viel zu viel Schaden anrichten.

* = Christel ist nicht mein Künstlername, sondern seit 1949 mein Rufname
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Re: Es geht auch leichter, wenn auf Ballast verzichtet wird.

Beitrag von Andreas am Fr Dez 02 2016, 11:46

Schön, dass Du auch hier bist. Mich hat Deine persönliche Geschichte, als ich sie vor schon etlichen Jahren im Web gefunden habe, sehr beeindruckt.

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Re: Es geht auch leichter, wenn auf Ballast verzichtet wird.

Beitrag von Andro-Stern am Fr Dez 02 2016, 22:04

DANKE! -- was mich hier übrigens im Forum wundert, dass ich mich doch so sehr geirrt habe. Meiner Einschätzung nach, haben sich die Zeiten für das "Mensch-Sei-Dürfen" so sehr verändert, dass es eigentlich mehr Freiheit gibt. - Doch da wird wohl noch lange ein erheblicher Ballast Angst und Vorteile herumgeschleppt.
In den nächsten Jahren werden es mit ziemlicher Sicherheit noch mehr Männer sein, die sich mit Gynäkomastie konfrontiert sehen. Die chemischen Einflüsse allein über die Nahrungskette sind so kontinuierlich, dass sich entweder wieder andere dazu die Hände reiben werden, weil das viel Geld in die Schönheitskassen spülen wird, oder wir kapieren endlich, dass wir uns damit besser einrichten.
Und Dir geht es "grün"?
Christel sagt DAnke
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Re: Es geht auch leichter, wenn auf Ballast verzichtet wird.

Beitrag von Busipanda am Fr Dez 30 2016, 13:42

Hallo Christel,

Respekt!

Auch wenn ich nicht in allem mit Dir übereinstimme, kann ich doch viele Deiner Gedanken nachvollziehen.

Ja, das "Mensch-Sei-Dürfen" gibt es schon eine ganze Weile, allerdings sind die Spaßverderber immer noch reichlich da und prägen nach wie vor die Meinung deutlich mit.
Männer mit "Gynäkomastie" - sorry ich mag das Wort nicht - sind für mich eigentlich kein Phänomen, sondern eher eine tabubeladene Normalität. Woran es liegt, an der Weibwerdung des Mannes oder irgendwelchen Umwelteinflüssen, ist mir eigentlich egal. Ich ergötze mich einfach nur daran, dass wir immer älter werden und bis ins hohe Alter gern als testo-strotzend angesehen werden wollen (die Testo-Bomben sterben übrigens früher), aber dann doch dem normalen Altersprozess Tribut zollen müssen. Und das ist nicht fremdbezogen, ich blicke da durchaus in meinen inneren Spiegel.

Das Problem sind ja nicht die körperlichen Eigenarten, sondern unser pfauenartiges Verhalten untereinander, an dem wir uns selbst messen. Wir stören uns nicht an Kurzatmigkeit (die ich nicht habe) einer dicken Trommel (die ja sogar als männlich gilt), aber an ausgefallenen Haaren und Männertitten. Zumindest bei ausgefallenen Haaren habe ich ja noch Verständnis, weil da nichts gegen hilft. Dennoch habe auch ich mich schwer getan, bevor ich den ersten BH probiert habe. Das liegt einfach an unserer Sozialisierung. Und Vorsicht, was die neuen Zeiten betrifft, die Geschlechtertrennung nimmt wieder deutlich zu, wir brauchen nur mal in die Kaufhäuser gehen und in der Kinder- oder Spielzeugabteilung nachschauen.

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Re: Es geht auch leichter, wenn auf Ballast verzichtet wird.

Beitrag von Andro-Stern am Fr Dez 30 2016, 17:52

Null Einwand...
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